Christoph Taussig stellt sich bereits seit fast 17 Jahren den Herausforderungen rund um die Digitalisierung in der Hotellerie. Sein Know-how und seine Fachkompetenz konnte er sich in vielen Jahren Praxis in der österreichischen Hotellerie sowie in zahlreichen Schulungen aneignen und erweitern.

Bei der Österreichischen Hoteliervereinigung ist er im Team Weiterbildung für die Themen Online Marketing, Online Vertrieb sowie Revenue Management verantwortlich. Neben Kernthemen wie strategisches Hotelmanagement, Führung und Verkauf waren in den letzten Jahren vor allem auch Themen wie Online Vertrieb und Online Marketing stark gefragt. Aus diesem Grund leitet Herr Taussig unter anderem den Lehrgang Online Marketing und Revenue Management, der Hoteliers auf die Veränderungen am Markt vorbereitet und den qualifizierten Umgang mit der Preisgestaltung und der professionellen Vermarktung auf allen Kanälen vermittelt.

 

Unsere erste Frage beginnt mit den Trends in der Hotellerie. Es ist in aller Munde, dass Hotels nicht nur online technologische Entwicklungen realisieren sollten, sondern auch offline. Wie ist Ihre Einschätzung zur Hotelbranche in Österreich zu diesem Thema?

Ja, das ist ein sehr interessanter Punkt. Dass technologische Entwicklungen online realisiert werden müssen, steht außer Frage. Alles was vor und nach der Reise online passiert, wird zukünftig noch weiter automatisiert und individualisiert werden. Wie weit man beim technologischen Standard offline, sprich bei der Implementierung neuer Technologien vor Ort im Hotel gehen kann oder soll, versuchen wir beim nächsten ÖHV-Kongress, von Mo., 15. bis Mi., 17. Jänner 2018 in Wien aufzuzeigen.

Unter dem Motto „Dienstleistung – Made by Humans?“ greifen wir z.B. Themen wie „Der Mensch im Mittelpunkt vs. Automatisierung und Roboter“ auf. In einer ÖHV-Umfrage zum Thema „Roboter in der Hotellerie“ war das Ergebnis, dass die Zukunft des Tourismus menschlich ist und bleibt. Jobs bzw. Tätigkeiten ohne soziale Kompetenz oder Kreativität sind jedoch gefährdet und könnten zukünftig möglicherweise von Technologien abgelöst oder zumindest unterstützt werden. Der Einsatz von Technologien mit künstlicher Intelligenz ist auf jeden Fall vorstellbar und wird in so manchem Hotel bereits getestet.

Chatbots beispielsweise lassen sich in Reservierungsabteilungen bzw. als Concierge einsetzen. Auch Sprachsteuerungen wie Alexa, Siri & Co boomen in der Hotellerie. So lassen sich mittels Sprachbefehl unter anderem die Raumtemperatur den individuellen Bedürfnissen anpassen. Oder der Gast bestellt sich per Sprachbefehl einfach einen zusätzlichen Polster, ohne dabei die Rezeption anrufen zu müssen. Ob und wie schnell sich derartige Technologien flächendeckend implementieren lassen, hat auch damit zu tun, wie funktionell und vor allem fehlerfrei diese Geräte sind. Gäste müssen es möglichst einfach haben einen derartigen Assistenten zu verwenden, sonst wird ein nachhaltiger Durchbruch schwer.


Man hört raus, Sie kümmern sich in Ihrer Arbeit stark um aktuelle Themen in der Hotellerie und vor allem um die Weiterbildungsmöglichkeiten für Hoteliers in Österreich. Welcher Bedarf an Themen herrscht dabei besonders in der Hotellerie und wodurch kommt die Nachfrage?

Durch die persönliche Betreuung während der Weiterbildungen der Österreichischen Hoteliervereinigung und den intensiven Kontakt mit der Zielgruppe, kennen wir die aktuellen Bedürfnisse und gefragten Themen der österreichischen Hotellerie sehr gut.

Neben unseren Kernthemen wie strategisches Hotelmanagement, Führung und Verkauf waren in den letzten Jahren vor allem auch Themen wie Online Vertrieb und Online Marketing sehr gefragt. Auch das Thema Peis- und Kapazitätssteuerung ist den Hoteliers sehr wichtig. Der Markt befindet sich in einem starken Veränderungsprozess und wird immer komplexer. Es gibt kaum einen Tag an dem nicht irgendein neues Portal oder eine neue Buchungsplattform im Internet auftaucht. Die Bedingungen ändern sich heutzutage einfach extrem rasant. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Viele Hoteliers haben das erkannt und bilden sich auf diesem Gebiet weiter, um auf der Welle der Digitalisierung erfolgreich zu reiten und nicht unterzugehen.


Digitalisierung, also ist ein wichtiges Thema in der Hotelbranche, wie schätzen Sie das Verständnis von Hoteliers gegenüber technologischen Entwicklungen ein?

Der Wissensstand ist ganz unterschiedlich. Es gibt Hoteliers, die auch Mitte 2017 noch keine eigene Webseite haben und sich bisher noch kaum mit der Digitalisierung auseinandergesetzt haben. Dann wiederum haben wir Hoteliers kennengelernt, die keine technologische Entwicklung ausgelassen haben.

Wir sind der Meinung, man muss nicht jeden Trend mitmachen. Wichtig ist zu evaluieren, welche Technologie für den eigenen Betrieb sinnvoll ist und gut zum Konzept passt. Es geht darum Potentiale zu erkennen und die für sich richtigen Technologien zu finden und zu nutzen. Dazu gehört auch zu erfahren, welche Möglichkeiten es überhaupt am Markt gibt und wie man diese in seinem Betrieb einsetzen kann.


Wie kann man Hoteliers unterstützen sicherer im Thema Digitalisierung zu werden und vor allem motivieren, erfolgsorientierte Lösungen zu implementieren?

Für uns gibt es hier nur eine Antwort: Weiterbildung, Weiterbildung, Weiterbildung!
Wie heißt es so schön: wer rastet der rostet. Hoteliers müssen sich speziell bei diesem schnelllebigen Thema immer am laufenden halten.

Was heute aktuell ist, kann morgen schon wieder veraltet sein. Wir empfehlen einschlägige Fachzeitschriften zu lesen, Branchentreffs und Veranstaltungen zu besuchen. Es gibt auch zahlreiche Foren und Blogs die helfen sich am laufenden zu halten. Ich persönlich erfahre auf Facebook auch immer wieder etwas über neue Technologien und lese auch gerne den trivago Blog um up-to-date zu bleiben.

Was aber auf keinen Fall fehlen darf, sind fachspezifische Weitbildungsschulungen. Beim ÖHV Lehrgang für Online Marketing und Revenue / Yield Management (LORY) lernen Hoteliers beispielsweise das richtige Produkt, zur richtigen Zeit, zum richtigen Preis, dem richtigen Gast, über den richtigen Vertriebskanal zu verkaufen und über die richtigen Social Media Kanäle zu kommunizieren. Nähere Informationen zum Lehrgang gibt es unter www.oehv.at/lory.

Weitere Informationen zu unseren Schulungen werde ich während des gemeinsamen Webinars mit trivago am 04. Oktober vorstellen.


Das Thema Direktbuchungen taucht in der Branche immer wieder auf. Wie ist die Entwicklung der Hoteliers in Österreich zu dem Thema?

Die größte Chance, aber auch die größte Herausforderung sehen wir im Online Vertrieb. Immer wieder hören wir von Hoteliers, dass die Provisionen der Buchungsplattformen zu hoch sind. Natürlich tun die Kommissionsabrechnungen am Ende des Monats weh. Man darf jedoch nicht vergessen, dass den Provisionen eine entsprechende Leistung vorangegangen ist und dem Hotel auch Umsatz gebracht hat. Viele Hoteliers glauben, dass der Zimmerverkauf über die eigene Webseite nichts kostet. Auch im Direktvertrieb entstehen Vertriebskosten, und diese sind oft gar nicht so gering. Wichtig ist, dass Hoteliers sich nicht in eine gewisse Abhängigkeit begeben. Das heißt neben einer breiten Aufstellung im Online Geschäft sollte der Hotelier unbedingt die Buchungen über die eigene Webseite forcieren.

Grundsätzlich sollten Hoteliers dafür sorgen, dass eine Webseite nicht nur hübsch anzusehen ist, sondern sie muss auch praktikabel, übersichtlich und informativ sein. Und das Wichtigste: Eine Webseite muss verkaufen können. Eine professionelle Anfrage bzw. Buchungsmaske muss auf der Seite immer gut ersichtlich sein und der Buchungsweg darf nicht komplizierter sein als auf den Buchungsportalen. Die Website sollte für alle Endgeräte (Desktop, Tablet, Smartphone) optimiert, idealerweise „responsiv“ sein, um Gäste durch eine schlechte Usability nicht an andere Vertriebskanäle zu verlieren.

Vergessen Sie nicht, dass jeder zweite Reisende seine Hotelsuche in einer Metasuchmaschine, wie z.B. trivago beginnt. trivago bietet hierzu auch einige Möglichkeiten und Lösungen, um den Direktvertrieb im Hotel zu steigern. Und genau über diese Lösungen und Produkte von trivago werden wir im gemeinsamen Webinar, am 04. Oktober genauer sprechen. Ich bin schon sehr gespannt, welche trivago Lösungen für Hoteliers Frau Benchoufi, trivagos Industry Managerin für Deutschland, Österreich und Schweiz, live im Webinar vorstellen wird.

Hier zum Registrierungslink für das gemeinsame ÖHV & trivago Partnerwebinar am 04. Oktober um 11:00 Uhr: http://bit.ly/2xh8JXd

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Raissa Benchoufi

Als trivagos Industry Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz, ist Raissa engagiert Geschäftsbeziehungen mit der Hotelindustrie aufzubauen und zu pflegen. Darüber hinaus ist es ihr Ziel einen Austausch über Industrietrends und Vermarktungsmöglichkeiten für Hoteliers zu garantieren. Aufgrund ihrer Erfahrung im öffentlichen Tourismussektor in Deutschland und ihrer internationalen Tätigkeiten bringt sie Marketingkentnisse und fachliches Knowhow über die Reisebranche mit, um Hoteliers in der Online-Vermarktung zu unterstützen.

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