Der digitale Nomade ist keine Person der Zukunft. Bis 2017 werden die sogenannten “Millennials”, die Generation die mit Technologie aufgewachsen ist, in Zahlen die vorangegangene Generation der “Baby Boomers” weitaus übertreffen. Sie tun sich leicht mit moderner Technik, besitzen im Normalfall mehrere elektronische Geräte und verbringen viele Stunden am Tag mit ihrem Smartphone. Da in den meisten Bereichen ihres Lebens digitale Vernetzung eine wichtige Rolle spielt, erwarten sie sich auch, dass ihre Reisen durch Technologie unterstützt wird. Es ist im Prinzip ein natürliches Bedürfnis dieser Bevölkerungsgruppe das Leben durch elektronische Hilfsmittel zu verbessern. Millennials sind mittlerweile die meisten Geschäftsreisenden weltweit (HVS Report (2013): Top 10 Trends of the Next Generation of Travel: The Millennials). Jetzt, mehr denn je, muss die Hotellerie ihre Ressourcen aufbringen innovative technische Lösungen für genau diese Zielgruppe zu entwickeln, so wie viele andere Industrien dies in jüngerer Vergangenheit schon getan haben.Hotels & ihr Streben nach einem digitalen Standard

Die Hotellerie ist bekannt für ihre langsame Implementierung technologischer Innovationen. Trotzdem war sie eine der ersten Industrien, die das Internet nutze um 1995/96 (in den Anfängen von Travelocity und Expedia). Seitdem waren Hotels aber weniger in der Lage, mit der rasanten Technologieentwicklung mitzuhalten. Trotz dem Streben nach einer komplett digitalen Integration, schafft die Industrie es nicht, den heutigen Standard in ihren Häuser einzuführen. Hotels investieren viel Zeit, Mühe und Geld, um eine Verbindung mit ihren Gästen vor der Ankunft herzustellen. Diese Verbindung wird aber zu dem Zeitpunkt, wenn der Gast das Hotel betritt, gekappt. In der heutigen Zeit, wo Menschen an zugängliche, unterstützende und digitale Dienstleistungen wie Uber gewöhnt sind, wollen sie diesen Komfort während ihrer Hotelaufenthaltes nicht aufgeben. Dieses Bewusstsein hat dazu geführt, dass große Hotelketten und moderne Mitbewerber wie Airbnb das Gästeerlebnis stetig versuchen zu verbessern. Gäste sind zunehmend gewillt (75%) persönliche Daten im Gegenzug für digitale Dienstleistungen aufzugeben, um als Gegenleistung den erwünschten digitalen Standard aufrechtzuerhalten. (Olenski: For Consumers, Data Is A Matter Of Trust, Forbes Magazine, April 18, 2016)

Die Uberfizierung des Lebens: Millennials wollen nahtlose Technik

Sofortiger Zugang zu relevanten Informationen sowie Flexibilität stehen ganz weit oben auf der Prioritätenliste der Millennials-Generation. Diese Personen sehen technologische Prozesse nicht als ein Plus, sondern als Selbstverständlichkeit – wenn diese nicht existieren könnte dies sogar ein großes Minus sein. Ein verbessertes und schnelleres Erlebnis durch digitale Hilfsmittel ist das A & O dieser Bevölkerungsgruppe. Uber hat dieses Bedürfnis perfekt verstanden und im Zuge seines Angebots anstandslos adressiert. Die meisten Menschen verwenden ab und an Taxis um von A nach B zu kommen, häufig zu später Stunde oder wenn es schnell gehen soll. An vielen Orten ist die Taxiindustrie ein Monopol geworden, das keinen besonderen Wert auf den Kunden legt. Häufig ist der Service schwach (unfreundliche Fahrer oder falsch gewählte Routen), ein Taxi zu finden kann sich manchmal als äußerst schwierig erweisen und dann gibt es ja eigentlich immer die unangenehme Frage: Wieviel Trinkgeld soll ich geben? Uber hat es geschafft, alle erwähnten negativen Aspekte durch die Integration bestehender Technologien zu beseitigen und eine nahtlose, günstigere, zuverlässige Taxi-Dienstleistung anzubieten. Uber’s Meisterwerk ist ohne Zweifel das Bezahlungssystem. Es wurde komplett in den Hintergrund gerückt und findet automatisch über die App statt. Der Preis wird je nach Distanz und Zeit kalkuliert und nach Ankunft von der Kreditkarte abgezogen. Man muss schlichtweg nur aus dem Auto aussteigen. Das finale Uber-Erlebnis ist reiner Komfort.

Mobile checkin

Quelle: pymnts.com

Hotels: Der Zeitpunkt ist gekommen zu agieren!

Hotels blicken auf Dienstleistungsfirmen wie Uber und realisieren, dass das Klientel genau dasselbe ist. Die digitale Vereinfachung alltäglicher Dinge sollte nicht dann aufhören, sobald ein Gast in einem Uber vor dem Hoteleingang stehen bleibt. Beim Einführen eines neuen digitalen Standards wird der Fokus auf ein geschmeidiges, vereinfachtes Gästeerlebnis gelegt und das Smartphone spielt dabei eine entscheidende Rolle. Apps müssen sinnvoll und kontextuell relevant sein und dem User genau das geben, was er zu einem beliebigen Zeitpunkt braucht. Wenn Hotelgäste also direkt ihr Zimmer betreten wollen ohne sich anzustellen, muss ihnen die Möglichkeit eines mobilen Check-ins auf ihrem Telefon angeboten werden. Wir sehen derzeit auch einen Trend in Richtung digitale Türöffner. In mehreren Hotels können Gäste nun ihr Zimmer übers Smartphone aufsperren. So wie ein Mobiler Check-in wollen Gäste, und insbesondere Geschäftsreisende, in der Lage sein das Hotel so schnell wie möglich verlassen zu können ohne eine manuelle Unterschrift oder für die Minibarleistungen zu bezahlen, da dies wertvolle Zeit in Anspruch nehmen kann. Sicheres, mobiles Bezahlen (à la Uber), sowie Check-out von unterwegs tragen zu einem nahtlosen, effizienten Erlebnis bei. All die erwähnten technologischen Lösungen führen dazu, dass man die Zeit besser nützen kann. Es muss keine Schlüsselkarte abgeholt werden, man muss diese nicht mit sich herumtragen und mit Papierrechnungen schlägt sich auch niemand mehr herum.

Mobiles checkin

Manche Anbieter von Unterkünften, wie ZOKU, bieten moderne Wohnmöglichkeiten mit geteilten Gäste Apartments an, die nebst stilvollen Schlaf- und Wohnzimmern auch coole Co-Working Bereiche für den digitalen Nomaden beinhalten. Hotels müssen ihr Angebot vollends überdenken um den Vorstellungen des modernen Reisenden zu entsprechen. Die heutige Generation von Millennials ist permanent unterwegs und arbeitet an den verschiedensten Orten, häufig weit distanziert vom eigentlichen Büro. Sie wollen vereinfachte Prozesse und einen schnellen, simplen Zugang um durchgehend digital vernetzt zu sein. Genau das müssen Hotels heutzutage beim Erstellen eines digitalen Gäste-Standards beachten.

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Caroline Mitterdorfer

Caroline Mitterdorfer ist zuständig für den Vertrieb des innovativen Startup conichi und hat das erfolgreiche Unternehmen von Anfang an begleitet. Mit einem Team von 10 Personen ist Caroline für die Akquisition neuer Partnerschaften sowie die erfolgreiche Implementierung der Lösung und Betreuung der gewonnen Kunden verantworltich. Vor conichi war sie in London im Hotel Investment Bereich tätig und hat für CBRE Hotels strategische und operationale Evaluierungen von Hotels durchgeführt, sowie Transaktionen betreut und Vertragsverhandlungen, Akquirierung neuer Hotels sowie Asset Management begleitet.

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